Geschichten zum Leben erwecken: Lesen, Basteln, Animieren
Zielgruppe des Projekts
Kinder im Alter von 8-12 Jahre
Welche (pädagogischen / medienpädagogischen) Ziele verfolgt das Projekt?
Es stärkt zunächst die Lesefreude und das Textverständnis, indem Geschichten nicht nur gelesen, sondern kreativ weiterentwickelt und in eigene Trickfilme übersetzt werden. Lesen wird so als aktiver, fantasievoller und motivierender Prozess erfahrbar.
Gleichzeitig fördert das Projekt die kreative Ausdrucksfähigkeit der Kinder. Sie erfinden eigene Figuren, Handlungen und Bildwelten und setzen diese analog und digital um – etwa durch Basteln, Zeichnen, Animation und Stop-Motion. Dadurch lernen sie, eigene Ideen gestalterisch umzusetzen.
Ein zentrales medienpädagogisches Ziel ist der Aufbau von Medienkompetenz. Die Kinder nutzen digitale Medien nicht konsumierend, sondern produktiv und reflektiert. Sie lernen den Umgang mit iPads, Animations-Apps, Stop-Motion-Techniken und 3D-Druck kennen und verstehen Medien als Werkzeuge zur Gestaltung eigener Inhalte.
Darüber hinaus stärkt das Projekt Selbstwirksamkeit und Partizipation. Die Teilnehmenden entscheiden mit über Inhalte, Gestaltung und Umsetzung ihrer Filme und erleben, dass ihre Ideen sichtbar werden und wertvoll sind. Das fördert Selbstvertrauen und eigenständiges Handeln.
Kurzbeschreibung
Geschichten zum Leben erwecken: Lesen, Basteln, Animieren - ist ein kreatives Medienprojekt für Kinder von 8 bis 12 Jahren, das Leseförderung, Basteln und Trickfilmproduktion miteinander verbindet. Die Teilnehmenden entwickeln auf Grundlage gelesener Geschichten eigene Erzählungen und setzen diese in kleinen Teams als Trickfilme um. Dabei arbeiten sie mit gebastelten Figuren und Kulissen, digitalen Zeichnungen auf dem iPad, Stop-Motion-Technik sowie einzelnen 3D-Elementen. Das Projekt stärkt Lesemotivation, Medienkompetenz, Kreativität und Teamarbeit und schafft ein niedrigschwelliges, motivierendes Lernumfeld. Zum Abschluss werden die entstandenen Filme öffentlich präsentiert.
Ablauf des Projekts
Das Projekt ist als mehrmonatiger Workshop mit regelmäßigen Treffen angelegt. Zu Beginn werden gemeinsam kurze Geschichten oder Buchausschnitte gelesen, besprochen und als Ausgangspunkt für eigene Filmideen genutzt. Anschließend entwickeln die teilnehmenden Kinder in kleinen Teams eigene Handlungen, Figuren und Szenen und halten ihre Ideen in ersten Storyboards fest.
In der nächsten Phase gestalten die Kinder ihre Trickfilmwelten praktisch und digital: Sie basteln Figuren und Kulissen aus Papier, Pappe und weiteren Materialien, erstellen bei Bedarf einzelne Requisiten mit 3D-Technik und entwickeln digitale Zeichnungen oder Animationen auf dem iPad. So lernen sie verschiedene gestalterische und technische Zugänge zur Medienproduktion kennen.
Darauf aufbauend werden die Trickfilme mit Stop-Motion-Technik produziert und digital weiterbearbeitet. Dazu gehören das Fotografieren bzw. Animieren der Szenen, das Vertonen, das Erzeugen von Geräuschen sowie einfache Schnitt- und Nachbearbeitungsschritte. Die Kinder werden während des gesamten Prozesses von zwei Medienpädagog*innen begleitet und in ihrer kreativen, technischen und erzählerischen Arbeit unterstützt.
Zum Abschluss werden die fertigen Filme in einer gemeinsamen Präsentation beziehungsweise Filmpremiere auf großer Leinwand vorgestellt. Ergänzend wird der Projektverlauf dokumentiert und in einer gemeinsamen Reflexionsrunde ausgewertet, sodass die Kinder ihre Ergebnisse und ihren Lernprozess noch einmal bewusst nachvollziehen können.
Vorkenntnisse der Mitarbeiter*innen
Erforderlich sind praktische Erfahrungen in der medienpädagogischen Arbeit mit Kindern, insbesondere in der Anleitung kreativer Gruppenprozesse sowie im Umgang mit digitalen Gestaltungstechniken wie iPad-gestützter Animation, Stop-Motion und einfachen Formen der digitalen Nachbearbeitung. Hilfreich sind außerdem Kenntnisse in Leseförderung, Storytelling, Bastel- und Making-Prozessen sowie ein sicherer, partizipativer und inklusiver Umgang mit heterogenen Kindergruppen.
Materialien / Technik
Benötigt werden iPads mit digitalen Stiften (Pencils) für Zeichnung und Animation, Stop-Motion-Apps zur Trickfilmproduktion, 3D-Drucktechnik bzw. 3D-Druckstifte für besondere Requisiten sowie Technik für die digitale Präsentation der Ergebnisse. Als Materialien für die praktische Gestaltung kommen Tonpapier, Buntpapier, Karton, Knete und Filament für die 3D-Druckstifte zum Einsatz. Darüber hinaus werden Bastelmaterialien für Figuren, Kulissen und Trickfilmsets benötigt
Tipps für die Umsetzung in der Bibliothek
Empfehlenswert sind ein ausreichend großer Veranstaltungsraum, Lagerflächen, Präsentationstechnik sowie die Anbindung an bestehende Angebote der Leseförderung. Sinnvoll ist zudem die Kooperation mit Schulen und Horten sowie die Bewerbung über Bibliothek, Presse, Webseite, Social Media und Plakate. Das Projekt stärkt die Bibliothek als Ort kreativer Medienbildung.
Kooperationspartner
• MakerSpace
• Medienwerkstätten
Herausforderungen / Feedback
Eine zentrale Herausforderung besteht darin, Kinder mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen zusammenzubringen – etwa im Hinblick auf Lesekompetenz, Medienerfahrung, technische Vorkenntnisse und individuelle Förderbedarfe. Das Projekt reagiert darauf mit offenen Aufgabenstellungen, unterschiedlichen kreativen Rollen und einem inklusiven, niedrigschwelligen Ansatz, sodass jedes Kind entsprechend seiner Stärken mitwirken kann.
Eine weitere Herausforderung liegt in der Balance zwischen kreativer Medienarbeit, Leseförderung und technischer Umsetzung. Durch die Verbindung von Lesen, Storytelling, Basteln, Animation und digitaler Nachbearbeitung braucht das Projekt eine gute Struktur und kontinuierliche Begleitung durch erfahrene Medienpädagog*innen.
Wichtig ist außerdem, Überforderung zu vermeiden und den Projektprozess so zu gestalten, dass Beteiligung freiwillig, motivierend und altersgerecht bleibt. Im Antrag wird das ausdrücklich auch für zusätzliche Dokumentationsaufgaben betont.
Das Feedback erfolgt am Ende des Projekts in einer gemeinsamen Reflexion, in der die Kinder den gesamten Prozess von der ersten Lesephase bis zum fertigen Film besprechen. Dabei werden sowohl die kreative Arbeit als auch der Umgang mit digitalen Medien und die eigenen Lernerfahrungen thematisiert.
Links / Materialien
Gruppengröße
Die empfohlene Teilnehmerzahl liegt bei 8 bis 12 Kindern pro Projektgruppe.
Zeitumfang
Insgesamt umfasst das Projekt 10 Projekttage mit jeweils 6 Stunden, also einen Gesamtumfang von 60 Stunden
Eingereicht von
Medienwerkstatt Identity Films e.V.
Thema Video
Warum Videoprojekte in der Bibliothek?
- In Video-Projekten werden komplexe Themen und Lerninhalte kreativ bearbeitet.
- Sie unterstützen dabei, Stilmittel der aktiven Filmarbeit (Wirkungsweisen von Bewegtbild, Musik und Sprache) zu erkennen und sensibilisieren somit für Manipulationsmechanismen.
- Selbstwirksamkeit: Kinder und Jugendliche lernen dabei, ihre Perspektiven kreativ auszudrücken
Alles zum Thema: Projekte selbst gestalten
Ziele und Zielgruppen, Themen und Inhalte, Methoden und Tools - wer ein medienpädagogisches Projekt planen und erfolgreich in der eigenen Bibliothek umsetzen möchte, muss sich vorab mit vielen verschiedenen Aspekten auseinandersetzen. Hier finden Sie zahlreiche Informationen, Tipps und Anregungen rund ums Thema "Projekte selbst gestalten", die den Start mit dem eigenen Projekt leichter machen.
