Digitale Bibliothekspädagogik

Für Bettina Harling waren Bibliotheken in ihrer Kindheit Wunderkammern, aus denen sie stapelweise Bücher und Kassetten wegschleppen durfte, ohne etwas dafür zu bezahlen. Diese Begeisterung für Bücher und der Arbeit mit Menschen hat sie zu ihrem Beruf als Bibliothekarin geführt. Bei der Stadtbibliothek Mannheim ist sie für das Sachgebiet Bibliothekspädagogik zuständig.

Besonders mag sie es an ihrem Job, neue Ideen zu realisieren, wie das „N3-Bibliothekslabor“, in dem viele Veranstaltungen und kreative Workshops stattfinden, das mobile Bibliothekslabor in einer knallroten Ape (einem italienischen Rollermobil) und das Ausrichten von „Hackathons“ in denen Jugendliche zusammen mit Mentoren Softwareprodukte wie einen Blinker für Fahrradfahrer entwickeln können.

„Ich habe fast so einen missionarischen Antrieb zu allen zu sagen: 'Kommt doch mal bei uns in der Bibliothek vorbei, ihr wisst gar nicht, was ihr verpasst!'“

Bettina Harling möchte, dass Kinder und Jugendlichen, die Medien, die sie in der Bibliothek ausleihen, auch selbst gestalten können und sie nicht einfach nur passiv „konsumieren“.

Die Überzeugungsarbeit für Digitale Angebote fängt ihrer Erfahrung nach im eigenen Haus an, da es auch bei vielen Kollegen eine Scheu vor digitalen Neuerungen und Veränderungen gibt. Dann helfen viele Fortbildungen, in denen alle neuen Geräte und deren Einsatzmöglichkeiten einfach mal ausprobiert werden können. Sie selbst findet es großartig, dass sie in ihrem Beruf immer wieder etwas Neues ausprobieren kann.

„Tablets bieten unglaublich viele Möglichkeiten kreativ zu werden. Man kann selbst (Trick-)Filme produzieren, Foto-Stories erstellen, Geschichten schreiben, Audio-Aufnahmen machen, Programmieren lernen, Musik machen, Hörspiele produzieren und vieles mehr.“
©2018/dbv/Janko
„In unserem N3-Bibliothekslabor haben wir Ferienangebote, auch Projektwochen können bei uns stattfinden, z.B. zu Themen wie mit elektronischen Musikinstrumenten eigene Klingeltöne komponieren oder ein eigenes Hörspiel aufnehmen. Wir hatten auch schon Autoren da, die Schreibwerkstätten durchgeführt oder Illustratoren, die Gestaltungsworkshops angeboten haben.“
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„Ein Highlight war unser Hackathon (Wortschöpfung aus „Hack“ und „Marathon“ - eine kollaborative Software- und Hardwareentwicklungsveranstaltung), der von Freitagabend bis Sonntagnachmittag dauerte.“
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Einer (der Mentoren) sagte danach zu mir: „Wir hätten nie gedacht, dass wir hier in der Bibliothek programmieren und nebenbei Pizza essen dürfen.“
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„Seit April 2016 haben wir auch ein mobiles Bibliothekslabor. Man darf nicht nur in der Bibliothek sitzen und darauf warten, dass jemand vorbeikommt.“
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„Beim nächsten Maker Day wollen wir viele verschiedene Dinge ausprobieren, zum Beispiel Bürstenroboter bauen, mit einem 3D-Drucker Schlüsselanhänger gestalten und ausdrucken, aus alten Büchern Kunstwerke schaffen.“
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„Viele Schüler, die zuhause keinen PC haben und niemanden der ihnen helfen kann, kommen in die Bibliothek um eine PowerPoint-Präsentation für die Schule zu erstellen. Diese Kinder gibt es und wo sollen sie Unterstützung herbekommen, wenn nicht von der Bibliothek?“
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Wenn Sie mehr über Bettina Harling und ihre Arbeit in der Stadtbibliothek Mannheim erfahren möchten, lesen Sie hier das ganze Interview mit ihr.

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