Gaming, Makerspaces und kreative Communitys

Annabell Huwig mochte Bibliotheken als Kind nicht besonders. Lieber machte sie Sport oder spielte zusammen mit Freunden mit Barbiepuppen oder dem Gameboy. Nach dem Studium hat es sie dann doch in die Welt der Bücher und Medien verschlagen. Dabei hat sie ihre Energie, ihre Spielfreude und ihre Lust am Umgang mit Menschen mit in die Bibliothek genommen.

In der Stadtbibliothek Ludwigshafen hat sie zusammen mit ihrem Kollegen Marco Teufel einen „Makerspace“ aufgebaut, einen Ort, in dem Menschen digital und analog basteln können. Hier können die Bibliotheksbesucher 3D-Drucker ausprobieren, Schmuck basteln, Superhelden-Kostüme nähen oder filigrane Weihnachtskarten mit Schneideplottern herstellen - alles unter Anleitung von Experten. Sie hat die Bibliothek aber auch zu einem Ort gemacht, an dem Gamer sich wohlfühlen und Jugendliche in Gruppen die neuesten Spiele ausprobieren können

„Ich will, dass Leute sich in Bibliotheken wieder wohler fühlen. Dass sie sich akzeptiert fühlen mit ihren Interessen. Dass sie dort einen Ort haben, wo sie einfach ihren Hobbys nachgehen können.“

Annabell Huwig will, dass alle sich willkommen fühlen: Geflohene, die für ihre Deutschkurse lernen, Jugendliche, die Games lieben, Rentner im Virtual Reality-Kurs. So wird ihre Bibliothek ein offener Raum, offen für neue technische Entwicklungen, offen für alle Altersgruppen, offen für Menschen mit sehr verschiedenen Interessen.

„Ich hatte Ideen für Veranstaltungen mit Jugendlichen, wie Themenabende zu Dingen, die sie gerade beschäftigten, z.B. ein Harry-Potter-Abend mit Filmvorführung oder Lesungen, mit Zaubersüßigkeiten und Spielen. Oder ein anderes Programm zu den „Spielen von Panem“."
©2018/dbv/Janko
„Ich finde es so wichtig, dass man Jugendlichen und auch die Erwachsenen da abholt, wo ihre Interessen sind und nicht, wo man denkt, wo sie sein sollen. Und dass eine Bibliothek um die Bücher oder das Wissen herum Erlebnisse schafft.“
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„Bei uns begann es mit einem Bibliotheksberater. Der hat ganz viele Ideen dazu in den Raum geworfen, wie man die Bibliothek und vieles, das hier passiert, spielerischer, lebendiger und spannender gestalten kann.“
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„Wir waren gerade im Umbau der Bibliothek und hatten im 3. Stock noch die Möglichkeit einen Makerspace einzurichten. Ich hatte immer schon eine Affinität zum Handwerklichen und Basteln. Deswegen hab ich mich dafür gemeldet.“
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„In diesem neuen Bereich haben wir ganz viele Laptops für die Kurse, wie Bildbearbeitung, Webseiten programmieren, Smartphone Apps erstellen und so weiter. Wir brauchten also noch jemand mit IT-Wissen. Und so kam mein beruflicher Partner, Marco Teufel zu uns.“
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„Wir bieten analoge und digitale Kurse. Analoge sind zum Beispiel Nähkurse, Bastelkurse mit Upcycling und Zeichenkurse.“
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„Sehr beliebt sind auch unsere 3-Druck-Kurse, Kurse zur Bildbearbeitung und das Roboter-Programmieren.“
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„Was ich Bibliothekaren raten würde, die das nachmachen wollen? Generell offen zu sein für alle Neuerungen. Auch Dinge, vor denen man erst einmal Angst hat, mal auszuprobieren.“
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Wenn Sie mehr über Annabell Huwig und ihre Arbeit in der Stadtbibliothek Ludwigshafen erfahren möchten, lesen Sie hier das ganze Interview mit ihr.

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