Digitale Infrastruktur

Daniel Tepe erinnert sich noch genau an die schönen Räume der Stadtbücherei Recklinghausen, in denen er in seiner Kindheit viel Zeit verbracht hat. Immer wenn Markttag war, ist er mit seiner Mutter oder Oma dorthin gegangen und durfte sich „Lucky Luke“- und „Asterix“-Hefte ausleihen.

Er hat dann Medienpädagogik studiert und nebenbei Webseiten programmiert. Es war eigentlich nie sein Ziel, in der Bibliothek zu landen. Was ihn aber immer schon interessiert hat, war die Vermittlung von Wissen durch E-Learning und der Umgang von Gruppen mit digitalen Möglichkeiten, insbesondere unter Jugendlichen. Schon in seinem Studium hat er sich zum Beispiel wissenschaftlich mit LAN-Partys beschäftigt.

„Politiker sollten öfter in öffentliche Bibliotheken gehen, damit sie sehen, wie wir heute funktionieren und was für eine wichtige Rolle wir im Rahmen der gesellschaftlichen Veränderungen durch Digitalisierung von Lebensbereichen spielen.“

Nach Stationen in der Wissenschaft und im Bereich Marketing/Kommunikation für Bibliotheken leitet er jetzt das Team „IT und Digitale Services“ bei der Stadtbibliothek Bremen und war dort unter anderem verantwortlich für die Einführung von freiem WLAN.

Daniel Tepe ist es wichtig, dass Bibliotheken als demokratische, offene Orte erhalten bleiben, an denen Menschen sich willkommen fühlen, auch wenn sie wenig oder kein Geld haben. Denn solche Räume werden seiner Ansicht nach in unserer Gesellschaft immer wichtiger.

„Unser altes (WLAN-) System war sehr kompliziert und umständlich. Die Nutzer flogen ständig aus dem Netz und es war zu langsam. Ich habe das selbst als Nutzer erlebt und mich geärgert.“
©2018/dbv/Janko
„Wir mussten zunächst herausbekommen, welche Datenleitungen in den Bibliotheken alternativ zum Netz des städtischen Anbieters verfügbar waren und ob es überhaupt Alternativen gab.“
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„Ich habe dann in anderen befreundeten Bibliotheken gefragt, mit welchen Anbietern sie zusammenarbeiten und so eine Liste erstellt, mit der wir in die Projekt-Ausschreibung gehen konnten.“
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„Während wir dann mit dem Berliner Anbieter loslegten, gingen wir die ganze Zeit noch von der Idee aus, das WLAN nur für unsere Kunden anzubieten. Dann fragte unsere neue Chefin: „Warum machen wir es nicht für alle, offen?“ Das war ein Paradigmen-Wechsel.“
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„Wir hatten den Installationstermin mit dem Anbieter aus Berlin, da haben wir zusammen die Strippen aufgehängt, ich hab gelernt, wie man Kabelleitungen misst, wie man die aufhängt. In einem Einkaufszentrum mussten wir eine rund 200 Meter lange Leitung neu verlegen. Das war wie ein Elektriker-Grundkurs.“
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„Mit Einschaltung des WLANs haben wir die Verbesserung sofort an der Kundennutzung gesehen: Das ging durch die Decke. Es gibt auch keine Beschwerden mehr. Bei jedem Meeting nehme ich die WLAN-Daten mit und sie steigen immer noch.“
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„Dadurch, dass wir die neue Leitung haben, können wir ganz viele Dienste anbieten, z.B. können wir inzwischen mehr als 40 iPads in den Bibliotheken im Einsatz haben, ohne dass das System überfordert ist.“
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„Bibliotheken, die das nachmachen wollen, würde ich raten zu gucken: Wer ist schon dort, wo ich hin will? Wo funktioniert es schon? Wer hat das schon? Denn man ist nie der Erste, der etwas ausprobiert oder einführt. Und dann fragen: „Wie macht ihr das?““
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Wenn Sie mehr über Daniel Tepe und seine Arbeit in der Stadtbibliothek Bremen erfahren möchten, lesen Sie hier das ganze Interview mit ihm.

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