Landesbibliothek Coburg

Über uns

Die Landesbibliothek Coburg ist aus einer ernestinischen (thüringischen) Fürstenbibliothek hervorgegangen. Bis zum freiwilligen Zusammenschluss mit Bayern 1920 war Coburg ein souveräner Kleinstaat. Es gehörte seit Mitte des 14. Jahrhunderts zum Territorium der Wettiner (Markgrafen von Meißen, Landgrafen von Thüringen, Kurfürsten von Sachsen). Herzog Johann Ernst von Sachsen (1521-1553) aus der ernestinischen Linie, der jüngere Halbbruder des letzten Reformationskurfürsten Johann Friedrichs des Großmütigen (1503-1554), errichtete Mitte des 16. Jahrhunderts Schloss Ehrenburg, in dem sich die Landesbibliothek befindet. Die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichende Herzogliche Hof- und Staatsbibliothek (ca. 55.000 Titel) stellt den Kernbestand dar. Einige Bände sind noch aus dem Besitz von Herzog Johann Ernst erhalten. Hinzu kommt weiterer ernestinischer Buchbesitz, der als Folge zahlreicher Erbteilungen nach Coburg gelangte. Die Hof- und Staatsbibliothek wurde im 18. Jahrhundert systematisch im enzyklopädischen Stil ausgebaut und genoss wegen ihrer Vollständigkeit hohes Ansehen. Nach Ende des Herzogtums 1918 erhielt sie im Gesetz über die Errichtung einer (Coburger) Landesstiftung vom 9. August 1918 eine gesetzliche Grundlage. Die Coburger Landesstiftung wurde ins Leben gerufen, um das vorhandene Kulturgut vor dem abzusehenden Zusammenschluss mit Bayern an den Ort zu binden.
Bis Ende 1972 gehörte die Landesbibliothek Coburg zu den Einrichtungen der Coburger Landesstiftung. In dieser Zeit wurden zahlreiche weitere Büchersammlungen unter ihrem Dach versammelt. Zu nennen sind die Luthersammlung von der Veste Coburg, die Bibliotheca Casimiriana des 1605 gegründeten Gymnasiums Casimirianum, die Kirchenbibliothek von St. Moriz (Depositum), die Herzogliche Privatbibliothek, die gesammelten Spielmaterialien des Herzoglich Sachsen-Coburg und Gothaischen Hoftheaters (1826-1918), die Schlossbibliothek Niederfüllbach und andere mehr.
1973 wurde die Bibliothek in die Verwaltung des Freistaats Bayern übernommen, wobei die kaum noch zu klärenden Eigentumsverhältnisse an den Beständen unberührt blieben. Der Name Landesbibliothek Coburg wurde vertraglich zugesichert. Seitdem gehört sie zu den regionalen staatlichen Bibliotheken in Bayern.
In ihrer Geschichte und ihren Sammlungen repräsentiert die Landesbibliothek Coburg die unverwechselbare Geschichte des einstigen Herzogtums Coburg, das sich teilweise weit bis in das heutige Südthüringen erstreckte. Für die reiche bayerische Bibliothekslandschaft stellt sie daher eine vorzügliche Ergänzung dar, wie allein schon die hervorragende Sammlung Wittenberger Bibeln zeigt.
Neben der Aktivierung des reichen kulturellen Erbes für die Bedürfnisse der Gegenwart versorgt die Landesbibliothek Coburg Stadt und Region zwischen Obermain, Hassbergen und Thüringer Wald mit aktuellen Wissens- und Informationsquellen. Im Fokus stehen dabei die Schüler der weiterführenden Schulen, für die regelmäßig auf den Unterrichtsstoff abgestellte, interaktive Schulungen angeboten werden.